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Archiv für Dezember 2008

Deutscher Medienpreis für den Dalai Lama – 50 Jahre nach seiner Vertreibung aus Tibet

Verfasst von heddesheim am Dezember 17, 2008

Media Control verleiht den Deutschen Medienpreis 2008 am 10.02.09 in Baden-Baden an Seine Heiligkeit den Dalai Lama, zum Gedenken an den 50. Jahrestag seiner Vertreibung aus Tibet.

Dalai Lama

Der Dalai Lama, der sich selbst als „einfacher Mönch aus Tibet“ bezeichnet, hat in diesen 50 Jahren weltweite Präsenz erreicht. Tradition und Moderne verbinden sich in seinem Wirken zu einer einzigartigen Lehre friedvollen Wandels. Seine Schriften erreichen Millionen und haben das Leben von Menschen in den unterschiedlichsten Teilen der Erde beeinflusst.

Die Laudatio auf den Dalai Lama hält der hessische Ministerpräsident Roland Koch, der seit Jahren mit ihm freundschaftlich verbunden ist.

Der Deutsche Medienpreis 2008 geht damit an eine herausragende Persönlichkeit der Zeitgeschichte. Die eindringliche Botschaft des Dalai Lama, aber auch seine entwaffnende Fröhlichkeit, sind zu einer Kraft des Guten jenseits kultureller oder religiöser Differenzen in der Weltpolitik geworden. Selbstlosigkeit, Werteorientierung und Solidarität bilden danach die Grundpfeiler einer globalen Ethik des Zusammenlebens im Einklang mit sich selbst, mit anderen und der schutzbedürftigen Umwelt.

In einer Zeit religiöser Spannungen, selbstzerstörerischer Profitsucht und der fortbestehenden Missachtung der Menschenrechte setzt sich der Dalai Lama für Versöhnung, Toleranz, Bescheidenheit und Respekt ein. Seine Person verbürgt den Weg des gewaltfreien Kampfes für die Rechte des tibetischen Volkes, den er seit nunmehr 50 Jahren aus dem indischen Exil heraus führt.

Media Control ehrt seit 1992 jährlich herausragende Persönlichkeiten, die außergewöhnliche Leistung, Führungsqualitäten und visionäres Wirken in der Öffentlichkeit miteinander verbinden, mit dem Deutschen Medienpreis. Preisträger der vergangenen Jahre waren: Dr. Helmut Kohl, Francois Mitterrand, Yassir Arafat, Yitzhak Rabin, Boris Jelzin, König Hussein von Jordanien, Nelson Mandela, Bill Clinton, Gerhard Schröder, Rudolph Giuliani, Königin Silvia von Schweden, Königin Rania von Jordanien, Kofi Annan, Hillary Clinton, Bono, König Juan Carlos von Spanien sowie Andre Agassi und Steffi Graf.

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Keine Widerrede!- Vortrag & Diskussion mit Amy Goodman

Verfasst von heddesheim am Dezember 11, 2008

„An Orte gehen, über die geschwiegen wird, das ist die Aufgabe des Journalisten. All den Menschen eine Stimme zu geben, die von den Mächtigen vergessen, im Stich gelassen und unterdrückt worden sind. Das ist für mich der beste Grund, unsere Notizblöcke, Kameras und Mikrofone in unsere unmittelbare Umgebung und überallhin in die Welt mitzunehmen“, so beschreibt Amy Goodman ihre Vorstellung davon, was die Aufgabe eines echten Journalisten sei. Sie arbeitet für Pacifica Radio, das einzige unabhängige Mediennetzwerk in den Vereinigten Staaten. Es wurde 1949 von Lew Hill gegründet, einem Pazifisten und Wehrdienstverweigerer im Zweiten Weltkrieg. Als er nach dem Krieg aus der Haft in einem Internierungslager entlassen wurde, war er der Meinung, die Vereinigten Staaten benötigten Medien, die nicht von kriegsgewinnlerischen Großkonzernen betrieben werden.
Das hat sich auch heute nicht geändert, wie dieses Buch auf erschütternde Weise zeigt. Amy Goodman und ihr Bruder David reden in diesem Buch offen über die beängstigenden Verquickungen zwischen Regierung und Massenmedien – und über die katastrophalen Folgen für die objektive Berichterstattung, besonders in Kriegszeiten.

Eine Würdigung erfuhr Amy Goodman erst unlängst: Sie erhielt für ihre Arbeit den Alternativen Nobelpreis 2008.

Veranstaltungshinweis

Freitag, 12. Dezember 2008, 18:30 Uhr, Berlin
Vortrag & Diskussion mit Amy Goodman
zum Buch Keine Widerrede! Warum die Medien aalglatte Politiker und Kriegstreiber lieben
Humboldt Universität zu Berlin, Unter den Linden 5, Raum 1070, D-10117 Berlin

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Schlafende Stammzellen für den Notfall

Verfasst von heddesheim am Dezember 5, 2008

Eine kleine Gruppe von Stammzellen im Knochenmark verschläft fast das ganze Leben. Erst Verletzungen oder Blutverlust erwecken sie zur Aktivität: Unverzüglich beginnen sie mit der Zellteilung, bis der Verlust an Blutzellen wieder ausgeglichen ist. Die Möglichkeit, diese schlafenden Stammzellen gezielt aufzuwecken, eröffnet neue Perspektiven für die Krebstherapie, wie Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum sowie aus der Ecole Polytechnique Fédérale und dem Ludwig Institute for Cancer Research in Lausanne in den neuesten Ausgaben der Zeitschriften „CELL“ und „CELL Stem Cell“ veröffentlichen.

Viele spezialisierte Zellen, etwa in der Haut, Darmschleimhaut oder im Blut, haben nur eine Lebensspanne von wenigen Tagen. Für die Funktionsfähigkeit dieser Gewebe ist daher ein steter Nachschub an spezialisierten Zellen unerlässlich. Zuständig dafür sind die sogenannten „adulten“ Stammzellen, die auch als Gewebestammzellen bezeichnet werden.

Stammzellen zeichnen sich durch zwei entscheidende Charakteristika aus: Sie können zu all den verschiedenartigen Zelltypen ausdifferenzieren, aus denen ihr jeweiliges Gewebe aufgebaut ist – eine Eigenschaft, die man als Pluripotenz bezeichnet. Zum anderen müssen sie sich selbst erneuern, um lebenslang Nachschub an spezialisierten Gewebezellen liefern zu können. Am besten untersucht sind diese Vorgänge bei den Blutstammzellen im Knochenmark der Maus.

Wissenschaftler gingen bislang davon aus, dass adulte Stammzellen eine geringe Teilungsrate haben. Damit, so die Theorie, schützen sie ihr Erbgut vor Mutationen, die sich besonders im Verlauf einer Zellteilung ereignen und zur Entartung in eine Tumorstammzelle führen können. Doch über die tatsächliche Anzahl der Teilungen einer Blutstammzelle während der Lebensspanne des Organismus herrschte Unklarheit.

Professor Dr. Andreas Trumpp und Dr. Anne Wilson entdeckten nun im Knochenmark der Maus eine Gruppe von Stammzellen, die fast lebenslänglich in einer Art Schlafzustand verharrt. Trumpp, der seit Sommer 2008 die Abteilung Zellbiologie im Deutschen Krebsforschungszentrum leitet, führte diese Untersuchungen an der Ecole Polytechnique Fédérale in Lausanne, Schweiz durch, gemeinsam mit Kollegen im ebenfalls dort ansässigen Ludwig Institute for Cancer Research.

Die Wissenschaftler markierten das Erbgut aller Blutzellen der Maus und untersuchten anschließend, wie lange diese Markierung in Stammzellen erhalten bleibt: Bei jeder Teilung wird das Erbgut auf die Tochterzellen verteilt, und die Markierung dünnt daher aus. Dabei entdeckten sie die schlafenden Stammzellen, die sich während des gesamten Lebens der Maus nur etwa fünfmal teilen. Auf den Menschen übertragen, entspräche dies nur einer Zellteilung innerhalb von 18 Jahren. Die längste Zeit über verharren diese Zellen, die nur etwa 15 Prozent der gesamten Stammzellpopulation ausmachen, in einer Art Schlafzustand mit sehr niedrigem Stoffwechsel. Dagegen teilen sich die Stammzellen der größeren Gruppe, die „aktiven“ Stammzellen, kontinuierlich etwa jeden Monat.

Tritt jedoch eine Notfall-Situation ein, wie etwa eine Verletzung des Knochenmarks, oder wird der Botenstoff G-CSF ausgeschüttet, so erwacht die schlafende Zellpopulation. Einmal geweckt, zeigt sie das höchste Potenzial zur Selbsterneuerung, das bisher bei Stammzellen beobachtet wurde. Werden sie in bestrahlte Mäuse transplantiert, so ersetzen sie deren zerstörtes Knochenmark und stellen das gesamte blutbildende System wieder her. Aus den transplantierten Tieren können erneut schlafende Stammzellen isoliert werden, die in der Lage sind, Knochenmark zu ersetzen – dies gelingt mehrfach in Serie. Anders die Situation bei den aktiven Stammzellen – hier gelingt der Knochenmarks-Ersatz nur ein einziges Mal.

„Wir gehen davon aus, dass die schlafenden Stammzellen im gesunden Organismus kaum eine Rolle spielen“, erläutert Andreas Trumpp. „Der Körper behält seine „potentesten“ Stammzellen als stille Reserve für Notfallsituationen und versteckt sie im Knochenmark in Höhlen, auch Nischen genannt. Wird das Knochenmark geschädigt, so beginnen sie sofort, sich täglich zu teilen, weil schnell neue Blutzellen benötigt werden.“ Sobald die ursprüngliche Zellmenge wieder hergestellt und das Knochenmark repariert ist, fallen diese Stammzellen erneut in den Tiefschlaf. Die größere Population der „aktiven“ Stammzellen dagegen erhält das physiologische Gleichgewicht der Blutzellen im gesunden Normalzustand aufrecht.

Andreas Trumpp geht davon aus, dass diese Ergebnisse wichtige Impulse für das Verständnis der Krebsstammzellen geben können: „Auch Krebsstammzellen verharren vermutlich die meiste Zeit über in einem Schlafzustand – wahrscheinlich ist dies einer der Gründe, warum sie resistent gegen viele Chemotherapien sind, die auf schnell wachsende Zellen abzielen. Könnten wir diese Schläfer wecken, bevor der Patient behandelt wird, wäre es eventuell möglich, erstmals auch Krebsstammzellen zu eliminieren und damit die Erkrankung viel effektiver zu behandeln, da die Nachschubbasis zerstört wird.“

In einer weiteren Arbeit* zeigt Dr. Elisa Laurenti aus Andreas Trumpps Team, dass die beiden Krebsgene c-Myc und N-Myc für die Funktion der Stammzellen unerlässlich sind. Die beiden Gene liefern die Bauanleitung für so genannte Transkriptionsfaktoren, die ihrerseits die Aktivität anderer Gene regulieren und vor allem in Krebszellen überaktiv sind.
Werden in Mäusen c-Myc und N-Myc zugleich ausgeschaltet, so leiden die Tiere schnell unter einem generellen Mangel an Blutzellen, an dem sie nach kurzer Zeit bereits versterben.

Die beiden Gene sind nicht nur für das Überleben fast aller Blutzellen verantwortlich, sondern kontrollieren außerdem gemeinsam die beiden wichtigsten Eigenschaften der Stammzellen – die Fähigkeit zur Selbsterneuerung sowie das Potenzial, differenzierte Blutzellen zu produzieren. Dieses Ergebnis ist nicht nur wichtig für das Verständnis der Stammzellen, sondern erklärt auch, welchen Schaden überaktive Myc-Gene anrichten können, erläutert Andreas Trumpp: „Auch in Tumoren sind c-Myc und N-Myc vermutlich für die Selbsterneuerung der Krebsstammzellen und damit für das unkontrollierte Wachstum verantwortlich.“

Anne Wilson; Gabriela Oser; Richard van der Wath; William Blanco; Elisa Laurenti; Maike Jaworski; Cyrille Durant; Leonid Eshkind; Ernesto Bockamp; Pietro Lio; Robson MacDonald und Andreas Trumpp: Hematopoietic stem cells reversibly switch from dormancy to self-renewal during homeostasis and repair. CELL 2008, DOI 10.1016/j.cell.2008.10.048

*Elisa Laurenti, Barbara Varnum-Finney, Anne Wilson, Isabel Ferrero, William E. Blanco-Bose, Armin Ehninger, Paul S. Knoepfler, Pei-Feng Cheng, H. Robson MacDonald, Robert N. Eisenman, Irwin D. Bernstein und Andreas Trumpp: Hematopoietic Stem Cell Function and Survival Depend on c-Myc and N-Myc Activity. CELL Stem Cell 2008, DOI 10.1016/j.stem.2008.09.005


Das Deutsche Krebsforschungszentrum hat die Aufgabe, die Mechanismen der Krebsentstehung systematisch zu untersuchen und Krebsrisikofaktoren zu erfassen. Die Ergebnisse dieser Grundlagenforschung sollen zu neuen Ansätzen in Vorbeugung, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen führen. Das Zentrum wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF) e.V.

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Transatlantische Konferenz in Heidelberg – 5.12 bis 6.12.2008 (mit Richard Dreyfuss, Norman Birnbaum)

Verfasst von heddesheim am Dezember 2, 2008

Das Dai Heidelberg veranstaltet vom 05. bis 06. Dezember 2008 unter dem Titel „A New Era of Transatlantic Relations – The Values We share“ eine internationale Konferenz, an der hochkarätige Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kultur von beiden Seiten des Atlantiks teilnehmen werden.

Thema der Konferenz sind neben den neuen Konstellationen und Perspektiven, die sich mit der Präsidentschaft von Barack Obama ergeben auch grundsätzliche Fragen einer gemeinsamen transatlantischen Strategie angesichts der Herausforderungen des 21. Jahrhunderts.

Zu Gast sein werden u.a. der Oscar-Preisträger Richard Dreyfuss, der Soziologe Norman Birnbaum (The Nation), der Publizist Andrew Denison, die Schriftstellerin Irene Dische sowie zahlreiche weitere Repräsentanten deutsch-amerikanischer Beziehungen.

Informationen zur Konferenz und zur Anmeldung finden Sie untenstehend und auf www.dai-heidelberg.de

Programm:

Neue Konstellationen, neue Herausforderungen Nach dem in Deutschland mehrheitlich erhofften Sieg von Barack Obama bei den US-Wahlen muss sich Europa auf veränderte Prioritäten in der Politik der USA einstellen. Die Außen-, die Wirtschafts-, die Klimapolitik – zahlreich sind die Felder, auf denen sich mit einem Präsidenten Obama neue Perspektiven eröffnen, die aber für die Europäer auch zusätzliche Belastungen bedeuten können. Unter Beteiligung hochrangiger Experten wie Norman Birnbaum von der Zeitschrift „The Nation“, James Hoge von „Foreign Affairs“ und dem Publizisten Andrew Denison, aber auch von Künstlern und Intellektuellen beiderseits des Atlantiks wie dem Schauspieler Richard Dreyfuss (aktuell in Oliver Stones Bush-Biographie „W.“ zu sehen) findet im DAI Heidelberg am 05. und 06. Dezember eine internationale Konferenz statt, bei der grundsätzliche und strategische Fragen transatlantischer Politik erörtert und – möglicherweise – auch beantwortet werden.

Programm:

Freitag, 5.Dezember 2008

9.30 Uhr
„Is there a transatlantic rift in values? Similarities and dissimilarities in American and European values“
Prof. Christian Welzel, Vizepräsident World Values Surveys, Professor der Politikwissenschaft, SHSS, Jacobs University

10.30 Uhr
„Values and Wars“
Dr. Peter Rudolf, Stiftung Wissenschaft & Politik

11.30 Uhr
„International Law in U.S. Foreign Policy – Before and After the Election“
Dr. Jochen von Bernstorff, MPI Heidelberg

Pause

14 Uhr
„German-American Relations: A new Administration – A new Beginning?“
Prof. Stephen Szabo, Washington Academy

15 Uhr
„The USA and Europe: Terminal Ambivalence?“
Prof. Norman Birnbaum, GULC

16 Uhr
„The Next President: What Europe Can Expect“
Jim Hoge, Editor, Foreign Affairs

17 Uhr
„Freedom and Security“
Prof. Nadine Strossen, Präsident ACLU

Samstag, 6. Dezember 2008

9.30 Uhr
„Where do we go from here: Foreign Policy during the Obama Administration“
Dr. John c. Hulsman, German Council on Foreign Relations

10.30 Uhr
„Manifest Destiny: The American Malediction“
William Pfaff, Herald Tribune, Paris

11.30 Uhr
„Media and Politics“
Prof. Eli Noam, Columbia University, NYC

Pause

14 Uhr
„A Foreign Affair: Notes on the German-American Romance“
Michael Rutschky, Autor

15 Uhr
„New Dreams- New Realities?“
Irene Dische, Autorin

16 Uhr
„What do Europeans expect from Obama?“
Peter Schneider, Autor

17 Uhr
„Challenge of the West after the Election“
Richard Dreyfuss, Schauspieler

19 Uhr Ende

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