Nachhaltigkeit steht beim neuen Verwaltungsgebäude des Mainzer Traditionsunternehmens an erster Stelle. Der an die speziellen Standortbedingungen angepasste Einsatz moderner Umwelttechnologien wie Geothermische Grundwassernutzung, Windkraft und Photovoltaik sind die Highlights des schlanken Neubaus an der Rheinallee, dessen Grundsteinlegung zusammen mit dem ehemaligen Bundesaußenminister, Joschka Fischer, am 27.05.2009 erfolgte.
„Dies ist das erste Verwaltungsgebäude in Deutschland, für das Windkrafträder kombiniert mit einer Photovoltaik-Anlage mehr als den kompletten Energiebedarf für Heizung und Kühlung erzeugen. Damit erfüllt das neue Verwaltungsgebäude unsere Anforderungen an Nachhaltigkeit in herausragender Art und Weise, “ so Reinhard Schneider, Vorsitzender der Geschäftsführung von Werner & Mertz. „Wir nutzen die einzigartigen geologischen und klimatischen Bedingungen am Rheinufer und setzen die Energieträger Wasser, Wind und Sonne optimal ein. Damit schaffen wir für unsere Mitarbeiter auf rund 9000 m² angenehme Arbeitsbedingungen und setzen gleichzeitig ein in jeder Hinsicht vorbildliches Energiekonzept um.“ Mit einer CO2-Ersparnis von 160 Tonnen und einem Energieüberschuss von 21 MWh entsteht ein in jeder Hinsicht vorbildliches Gebäude.
Bundesaußenminister a. D. Joschka Fischer betonte in seiner Rede die Bedeutung mittelständischer Unternehmen bei der Entwicklung und kreativen Umsetzung innovativer und nachhaltiger Ideen.
Die Grünen und die Marke Frosch von Werner & Mertz hätten sich im Kontext zunehmender Umweltprobleme in den achtziger Jahren parallel entwickelt: Die Grünen von einer grünen Bewegung zu einer allgemein respektierten und bundesweit bekannten Partei mit klaren Positionen, Frosch als erstes ökologisches Reinigungsprogramm zu einer als nachhaltig anerkannten und beliebten Haushaltsreinigermarke.
Beide Namen müsse man nicht mehr ausführlich erklären, sondern sie sprächen für sich alleine. Er lobte in diesem Zusammenhang die konsequente Ausrichtung von Werner & Mertz auf nachhaltiges Handeln, wofür auch das neue, im Bau befindliche Verwaltungsgebäude stehe.
Die energetisch interessanten Besonderheiten des schlanken Verwaltungsneubaus an der Mainzer Rheinallee können sich sehen lassen. Die Nutzung des Grundwassers in sogenannten geothermischen Anlagen ist seit einigen Jahren bekannt. Der Wirkungsgrad einer solchen Einrichtung erhöht sich deutlich, wenn es sich wie in diesem Falle um fließendes Grundwasser in geringer Tiefe handelt.
12 Grad kaltes Grundwasser wird aus maximal zehn Metern Tiefe in das Gebäude befördert. Dort wird im Winter der Druck in einer Wärmepumpe erhöht, sodass die Temperatur auf 35°C steigt. Ein Wärmetauscher überträgt diese Energie in den Heizungskreislauf. Über ein schnell reagierendes Flächenheizsystem gibt das Heizungswasser die Wärme in die Büros ab. Die Wärmezufuhr kann dabei durch zusätzliche Konvektoren, angeschlossen an die geothermische Anlage, individuell reguliert werden.
Im Sommer gibt das Grundwasser seine 12 Grad Temperatur direkt im Wärmetauscher an den Kühlungskreislauf ab. Das kühle Wasser erzeugt im Büro ein angenehmes und entspanntes Arbeitsklima. Das sich um 5 Grad erwärmende Kreislaufwasser wird anschließend im Wärmetauscher erneut gekühlt.
Neben dem höchst flexiblen Heizungssystem zeichnet sich das vorbildlich ökologische Gebäude durch eine wirkungsvolle Isolationstechnik aus.
Gelüftet wird mechanisch, mit einer Energierückgewinnung von etwa achtzig Prozent. Im Sommer nutzt die Lüftungsanlage die niedrigeren Nachttemperaturen zur Kühlung, ohne dass dafür weitere Energiekosten anfallen. Der schmale, lang gezogene Gebäudegrundriss sowie raumhohe Fenster ermöglichen eine optimale und für die Mitarbeiter angenehme Tageslichtnutzung in den Büros.
Die außenliegende Beschattung schützt individuell vor ungewollter Aufheizung. Der 4-schichtige Aufbau der Außenfassade aus teilverspiegeltem Spezialglas erreicht höchste Dämmwerte.
Über das gesamte Gebäudedach erstreckt sich eine Photovoltaik-Anlage, die bei gutem Wetter über den eigenen Bedarf hinaus Strom erzeugt und in das öffentliche Netz einspeist.
Mit all diesen Maßnahmen kann über das Gesamtjahr bereits ein so genanntes Null-Energie-Konzept umgesetzt werden, doch Werner & Mertz geht einen Schritt weiter:
Begünstigt durch die Lage in unmittelbarer Rheinnähe und die dadurch gute thermische Windsituation liefern insgesamt 16 Windkraftanlagen über das Gesamtjahr genügend Strom, um damit wiederum die Wärmepumpen der geothermischen Grundwassernutzung zu betreiben. Damit wird bei diesem Verwaltungsgebäude ein Energiekonzept verwirklicht, dass nicht nur den Verbrauch fossiler Brennstoffe minimiert, sondern in der Jahresbetrachtung, laut dem für das Energiekonzept verantwortlichem Vorstand der Gesellschaft für Wärme und Strom, Dipl.-Ing. Thomas Giel, 21 MWh mehr Energie aus erneuerbaren Quellen erzeugt als darin verbraucht wird, was einem Überschuss von 12,8 Prozent entspricht.
Der siebengeschossige Verwaltungsneubau ist mit Wärmedämmverbundsystem abgedichtet und gemäß neuestem Standard luftdicht. Rüttelpfähle im Untergrund des auf dem früheren Mainzer Hafengelände angelegten Baus mit rund 1.400 Quadratmetern bebauter Fläche gewährleisten die nötige Stabilität. Für den Keller ist eine wasserundurchlässige Stahlbetonkonstruktion vorgesehen, der überirdische Teil entsteht in Stahlbetonskelett-bauweise. Der Umzug wird Mitte 2010 stattfinden.