frogpark

- Bewegung in der Kommunikation -

Archiv für Oktober 2009

Weltweit größte Kinderhypnotagung in Heidelberg am 29.10 bis 01.11.2009

Verfasst von heddesheim am Oktober 28, 2009

Schwerpunktthema 2009: Erziehung

Klinische Hypnosebehandlungen bei Kindern und Jugendlichen – das belegen wissenschaftliche Untersuchungen immer wieder – sind gerade bei Problemen wie das AD(H)S, Migräne, Bettnässen und Schlafstörungen der alternative Schlüssel für eine erfolgreiche Therapie. Das zeigt das Beispiel „Zappelphilipp-Syndrom“ AD(H)S: Experten schätzen die Anzahl der AD(H)S-Patienten im Kinder- und Jugendalter auf ungefähr fünf Prozent, das entspricht etwa 500.000 Kindern zwischen sechs und 18 Jahren. Umso wichtiger sind individuelle Therapiemaßnahmen, um den Kindern und ihren Eltern ein normales Leben zu ermöglichen. Ein wirksames Verfahren ist die Hypnosetherapie: Sie verändert die Hirnaktivität und wirkt sich positiv auf Konzentrations- und Leistungsfähigkeit aus.

Mit diesen und vielen anderen Themen beschäftigt sich vom 29. Oktober bis 1. November 2009 die zum sechsten Mal stattfindende „Kindertagung“. Über 1.700 Teilnehmer werden zu der Veranstaltung erwartet und das macht die Tagung zum weltweit größten Hypnosekongress seit 1995. Renommierte Kinder- und Jugendlichentherapeuten aus dem psychosozialen, medizinischen und pädagogischen Bereich diskutieren über hypnotherapeutische Konzepte und systemische Familientherapie als kreative Behandlungsformen. Darüber hinaus behandelt die Kindertagung stets ein wechselndes Schwerpunktthema, dieses Jahr geht es um Erziehung. Aktuell und brisant zugleich – sorgen doch Bücher wie Michael Winterhoffs „Warum unsere Kinder Tyrannen werden“, Bernhard Buebs „Lob der Disziplin“ sowie Reality TV-Formate wie „Die Supernanny“ immer wieder für Diskussionsstoff.

Thema Erziehung – so aktuell wie nie

Im Fokus der sechsten Kindertagung stehen sechs Hauptvorträge überwiegend zum Thema Erziehung. Der Psychoanalytiker und Familientherapeut Prof. Dr. Horst-Eberhard Richter, der seit Jahrzehnten mit seinen Bestsellern („Lernziel Solidarität“, „Flüchten oder Standhalten“, „Krise der Männlichkeit“, etc.) immer wieder eine Brücke zwischen Psychologie und Gesellschaftspolitik schlägt, wird in seinem Vortrag „Lernziel: Verantwortung“ zur aktuellen politischen Situation im Zuge der Finanzkrise Stellung beziehen. Bernhard Trenkles Analyse „Wie Mann als Hypno- und Familientherapeut seine Kinder erzieht“ schlägt humorvoll die Brücke zwischen Hypnotherapie und Erziehung. Er reflektiert vor dem Hintergrund eigener Erfahrungen als Therapeut und Vater die Erziehung seiner mittlerweile erwachsenen Kinder. Ein weiteres Highlight ist die deutsche Premiere von Ben Furmans  „Ich schaff`s – für Eltern“, einem praktischen Programm für lösungsorientierte Erziehung. Der Finne Ben Furman M.D. gilt als Pionier des lösungsorientierten Ansatzes, einer Therapieform bei der es um konkretes Handeln und die Konzentration auf Stärken und Ressourcen statt auf Probleme geht. Seit mehr als fünf Jahren hat Furman eine eigene psychologie-bezogene Talkshow im finnischen Fernsehen. Der Professor für Pädagogik an der Universität Kaiserslautern, Prof. Dr. Rolf Arnold, geht der Aussage „Ich erziehe, wie ich erzogen wurde“ auf den Grund. Sein Vortrag befasst sich mit der selbst durchlebten Erziehung, der man manchmal eisern treu bleibt. Weitere Hauptvorträge sind: „Erziehung – ein lebenslanges Schicksal?“ von Prof. Dr. Pasqualina Perrig-Chiello aus der Schweiz  und „Konsequenzen der Kindeserziehung auf das Erwachsenendasein – eine neurowissenschaftliche Perspektive“, gehalten vom international renommierten Gehirnforscher Prof. Dr. Hans J. Markowitsch.

ariston_kalteis_091020

Aus der Praxis für die Praxis

Ergänzend zu den Hauptvorträgen werden rund 130 praxisbezogene Workshops angeboten. Sie behandeln hypnotherapeutische Konzepte für eine Vielzahl von Problemen wie Bettnässen und Migräne. 100 Referenten, darunter viele internationale Experten, demonstrieren ihre Vorgehensweise. „Die Tagung ist so beliebt bei den Teilnehmern, weil sie viel praktisches „Handwerkszeug“ für ihre Arbeit mit den Kindern, Jugendlichen und ihren Familien mitnehmen können“, so Initiator Bernhard Trenkle. Die Idee zur Kindertagung setzte Trenkle, Diplom-Psychologe und -Wirtschaftsingenieur sowie Leiter des Milton Erickson Instituts in Rottweil, erstmalig 1990 um. Inzwischen hat sich die Tagung zu einer wichtigen internationalen Plattform für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, Kinderärzte, Heilpädagogen, Logopäden uvm. entwickelt.

 

Veröffentlicht in Termine | Verschlagwortet mit : , , | Kommentar schreiben »

Nobelpreisträger Prof. Wolfgang Ketterle – DAI Heidelberg – Vortrag 18. Oktober 2009 um 11.00 Uhr

Verfasst von heddesheim am Oktober 12, 2009

»Wer behauptet, die Quantenphysik verstanden zu haben, der hat sie nicht verstanden.« – Werner Heisenberg

Die Welt in ihren kleinsten Dimensionen – das Reich der Quanten. Ursache und Wirkung gelten nicht mehr; es herrschen Unschärfe und Zufall. Und doch, dass die scheinbar absurde Theorie die Wirklichkeit korrekt wiedergibt, zeigen ihre praktischen Anwendungen. Die Quantenphysik ist eines der am schnellsten wachsenden Forschungsgebiete und liefert ständig neue unglaubliche Erkenntnisse.

Prof. Wolfgang Ketterle gewährt in seinem Vortrag Kalte Atome Einblicke in diesen faszinierenden Themenbereich.

Prof. Wolfgang Ketterle

Prof. Wolfgang Ketterle studierte Physik in Heidelberg, promovierte an der LMU München und dem Max Planck Institut für Quantenphysik. Seit 1990 lehrt und forscht er am Massachusetts Institute of Technology. 2001 erhielt er gemeinsam mit zwei Kollegen den Nobelpreis für Physik.

Kartenreservierung: Montag – Freitag 13 – 18 Uhr
Telefon 0 62 21 – 607 30
Friedvollen krieger

Veröffentlicht in Termine | Verschlagwortet mit : , , , , | Kommentar schreiben »

Dokumentarfilm- Albtraum Atommüll – ARTE Dienstag 13. Oktober 2009 um 21.00 Uhr

Verfasst von heddesheim am Oktober 12, 2009

Auf die zunehmende Angst vor den Folgen der Erderwärmung reagieren Industrielle und manche Politiker mit dem „Wundermittel“ Atomenergie: eine saubere und kontrollierbare Energie ohne schädliche Auswirkungen auf Mensch und Umwelt, die sogar zur nachhaltigen Entwicklung beiträgt. Aber ist sie wirklich so sauber, wie man uns weismachen will?

Atomkraftgegner und -befürworter streiten darüber, ob diese Form der Energie, die von den meisten europäischen Ländern bereits aufgegeben wurde, nun doch wieder genutzt werden soll. Im Zentrum der Debatte steht eine Angst, die alle teilen: die vor dem Atommüll.

Er ist die Schwachstelle der Atomenergie, ihre Achillesferse, ihr schlimmster Albtraum. Die Bevölkerung hat Angst vor dem Atommüll, die Wissenschaft findet keine annehmbare Lösung dafür, die Industrie versucht zu beschwichtigen, und die Politik meidet das Thema. Die wenigen europäischen Länder, die eine öffentliche Debatte über radioaktive Abfälle führen, haben bereits einen schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen. Dies gilt für Deutschland, Österreich, Schweden und Belgien. Aber was weiß man eigentlich genau? Wie kann man sich überhaupt eine klare Vorstellung bilden bei diesem Thema, das so lange unter Verschluss gehalten wurde? Wie erklärt sich dieses demokratische Defizit in einer politisch und ökologisch so wichtigen Angelegenheit?

Hier können Sie den Vorschau-Trailer sehen!

Veröffentlicht in Filme mit Sinn, Termine | Verschlagwortet mit : , | Kommentar schreiben »

Wie erzählen Sie eine geniale „Schrank-Story“?

Verfasst von heddesheim am Oktober 12, 2009

Eine lebendig erzählte Geschichte gewinnt die Aufmersamkeit von Mann und Frau leichter. Was meinen Sie dazu?

Veröffentlicht in Marketing, VIDEO | Verschlagwortet mit : , , , | Kommentar schreiben »

Kommunikationsstarke Nachwuchsforscher mit dem Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft 2009 ausgezeichnet

Verfasst von heddesheim am Oktober 9, 2009

Noch nie hatten sich so viele Wissenschaftler wie dieses Jahr um den mit 5.000 Euro dotierten Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft KlarText! beworben: Rund 170 Nachwuchswissenschaftler reichten Textbeiträge ein, in denen sie die Ergebnisse ihrer Doktorarbeiten präsentierten. Die Arbeiten kamen aus zwölf Ländern. Voraussetzung für die Wettbewerbsteilnahme war ein Artikel in deutscher Sprache. Sechs Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in Berlin, Frankfurt, Heidelberg, Karlsruhe und Leipzig promoviert wurden, überzeugten durch besondere Sprachgewandtheit in der Vermittlung anspruchvoller wissenschaftlicher Inhalte. Diese Leistung belohnt die Klaus Tschira Stiftung mit ihrem Preis für verständliche Wissenschaft, der am Donnerstag, den 8. Oktober 2009, um 16 Uhr in der Alten Aula der Universität Heidelberg verliehen wird. Schirmherr des Preises ist der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Professor Peter Gruss.

Gefordert war von den Forschern zunächst eine exzellente Promotion in den Bereichen Biologie, Chemie, Informatik, Mathematik, Neurowissenschaften oder Physik. Über die wissenschaftliche Kompetenz hinaus war aber auch eine starke kommunikative Leistung  nötig, um die Jury aus Wissenschaftlern und Journalisten zu überzeugen. Die Kommunikationsfähigkeit ist entscheidend, um innovative Erkenntnisse aus der Forschung einem interessierten, aber nicht fachkundigen Publikum zugänglich zu machen. Mit dem Preis, den die Träger anlässlich der feierlichen Verleihung persönlich von Klaus Tschira erhalten, zeichnet die Stiftung Wissenschaftler aus, die „Klartext schreiben“. Über den Wettbewerb hinaus, fördert die Klaus Tschira Stiftung alle Teilnehmer mit ihrem besonderen Angebot aus Schreibwerkstatt und Medientraining. Die  Förderung eigener Projekte der Preisträger im Bereich „Verständliche Wissenschaft“ ist ebenfalls möglich. Als weitere Auszeichnung veröffentlicht das Wissenschaftsmagazin bild der wissenschaft alle preisgekrönten Texte in einer Sonderbeilage ihres  Novemberheftes.

Wie Klaus Tschira-Preisträger für ihre Fächer werben, zeigt bei der Verleihung beispielhaft Wolfgang Reichel, Mathematikprofessor am Karlsruher Institut für Technologie und Preisträger des Jahres 1997. Seine Fakultät veranstaltete 2008, im Jahr der Mathematik, gemeinsam mit der Badischen Backstub’ den erfolgreichen Wettbewerb „Brätseltüte“, bei dem die Karlsruhe Bevölkerung mit Mathematikaufgaben auf der Bäckertüte zum Rätseln aufgefordert wurde. Ob Wissenschaftler im Allgemeinen bei Alltagsfragen versagen, beantwortet Christoph Drösser, Mathematiker und Wissenschaftsredakteur der ZEIT. Drösser – Autor zahlreicher Bücher zum Thema Wissen im Alltag – wurde bekannt durch seine wöchentliche ZEIT-Kolumne „Stimmt’s?“.

Auch im nächsten Jahr belohnt und fördert die Klaus Tschira Stiftung junge Wissenschaftler mit ihrem Preis für verständliche Wissenschaft. Einsendeschluss für Beiträge aus den Fächern Biologie, Chemie, Informatik, Mathematik, Neurowissenschaften und Physik ist der 28. Februar 2010. Weitere Informationen unter www.klaus-tschira-preis.info

Die Gewinner von KlarText!, dem Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft 2009, sind:

BiologieDr. rer. nat. Nina Schaller (geb. 1974) studierte von 1994 bis 2001 Biologie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Im Anschluss an ein Volontariat im Frankfurter Zoo begann sie 2003 ihre Doktorarbeit am Forschungsinstitut Senckenberg, Frankfurt, in Zusammenarbeit mit den Universitäten Antwerpen und Heidelberg, unter der Leitung von Dr. Bernd Herkner. 2003 bis 2006 unterstützte das Cusanuswerk sie mit einem Promotionsstipendium. Ihre Dissertation mit dem Titel „Structural attributes contributing to locomotor performance in the ostrich (Struthio camelus)“ schloss sie 2008 mit „magna cum laude“ ab. 2006 wurde Nina Schaller mit dem „Young Scientist Award“ der Society of Experimental Biology ausgezeichnet. Ab Ende Oktober 2009 untersucht Nina Schaller am Royal Ontario Museum Toronto die aerodynamischen Eigenschaften von Straußenflügeln.

SiegerbeitragWas macht den Afrikanischen Strauß zu einem der ausdauerndsten Läufer der Welt? Diese Frage zieht sich als roter Faden durch Dr. Nina Schallers Artikel über ihre Doktorarbeit. In ihrem Beitrag „Auf Zehenspitzen zum Weltrekord“ nimmt die Zoologin den Leser mit auf ihre Suche nach den Geheimnissen des „schnellsten Marathonläufers der Welt“ (die nur möglich war, weil Nina Schaller drei Straußenküken per Hand aufzog). Der Laie erhält auf diese Weise Einblick in ein biomechanisches Thema und versteht die Grundprinzipien einer Fortbewegung, die besonders energieeffizient ist. Der Artikel sei kurzweilig und interessant geschrieben, das Thema in glasklarer Weise behandelt und die Fragen allgemeinverständlich erklärt, urteilte die Jury des Klaus Tschira Preises.

ChemieDr. rer. nat. Theobald Lohmüller (geb. 1977) studierte von 1998 bis 2003 Biologie und Chemie an den Universitäten Erlangen-Nürnberg und Würzburg. Sein Studienabschluss wurde 2004 mit dem Preis der Fakultät für Chemie und Pharmazie der Universität Würzburg ausgezeichnet. 2004 bis 2008 promovierte er bei Prof. Joachim Spatz am Max-Planck-Institut für Metallforschung, Stuttgart, und an der Universität Heidelberg. Seine Doktorarbeit mit dem Titel „Nanostructured Functional Materials“, die er mit „summa cum laude“ abschloss, wurde mit einem Preis aus dem „Dr. Sophie Bernthsen-Fonds“ ausgezeichnet. Im Anschluss an seine Promotion war er einige Monate für das Global Research Center for Nanostructured Surfaces der BASF in Singapur tätig. Seit Januar 2009 forscht Theobald Lohmüller am Department of Chemistry der University of California in Berkeley.

SiegerbeitragIm Gegensatz zu den bunten Tagfaltern scheinen die dämmerungs- und nachtaktiven  Motten ein Schattendasein zu fristen. Dr. Theobald Lohmüller zeigt in seinem Beitrag, dass die kleinen Nachtfalter ihren tagaktiven Verwandten keineswegs nachstehen. Sie sind für uns Menschen sogar äußerst interessant, weil sie einen Trick der Natur nutzen, der auch uns das Leben einfacher machen könnte. In seinem Artikel „Die Motte hat den Durchblick“ beschreibt Lohmüller äußerst spannend, wie die Motte es schafft, mit wenig Licht zu sehen und dabei unentdeckt zu bleiben. Der Chemiker hat untersucht, wie die Reflektion des Lichts an der Augenoberfläche verhindert wird. Er hat außerdem gezeigt und erklärt, wie dieses Prinzip mit Nanotechnologie auf herkömmliche Linsen- und Glasoberflächen übertragen und beispielsweise zur Entspiegelung oder zur Verbesserung von Solaranlagen eingesetzt werden könnte. Die übersichtliche Struktur seines Artikels, kurze Sätze und eine klare Sprache vermitteln dem Leser ein lebendiges Bild alltagsnaher Forschung, fand die Jury des Klaus Tschira Preises.

InformatikDr. rer. nat. Dominik Schultes (geb. 1980) studierte von 2001 bis 2005 Informatik an der Universität Kaiserslautern und der Universität des Saarlandes, gefördert durch die Studienstiftung des Deutschen Volkes. 2005 schloss er sein Studium mit dem Master of Science ab. 2004 erwarb Dominik Schultes ein Postgraduate Diploma in Science an der University of Auckland, Neuseeland. Dort wurde er als bester Student des Jahres in Computer Science ausgezeichnet. Er promovierte von 2005 bis 2008 an der Universität Karlsruhe mit dem Thema „Route Planning in Road Networks“ bei Prof. Peter Sanders mit „summa cum laude“. Der Förderverein des Forschungszentrums Informatik in Karlsruhe prämierte seine Doktorarbeit mit dem Preis für die beste Dissertation 2008. Noch vor seiner Promotion wurde Schultes im Januar 2008 in die Liste der weltweit 50 Preisträger des Scientific American Award aufgenommen, mit dem jährlich Wissenschaftler geehrt werden, die mit ihren Forschungsarbeiten technologische Spitzenpositionen besetzen. Seit 2008 ist Schultes als Senior-Software-Ingenieur bei der Capgemini sd&m AG in Offenbach am Main tätig.

SiegerbeitragWie kommt man am schnellsten mit dem Auto ans Ziel – auch wenn man eine Abbiegung verpasst hat oder wenn Verkehr und Straßenverhältnisse die übliche Route verlangsamen? Dr. Dominik Schultes entwickelte in seiner Doktorarbeit ein Routenplanungsverfahren, das einen optimalen Weg so schnell bestimmt, dass die Berechnung schon fertig ist, bevor man überhaupt merkt, dass sie angefangen hat. Anschaulich beschreibt er in seinem Beitrag „Der Weg ist das Ziel“ seine Suche nach einem verbesserten und extrem schnellen Routenplanungsverfahren für Navigationsgeräte. Schultes erklärt allgemein verständlich, nach welchen Kriterien er bei seiner Arbeit vorgegangen ist, um bekannte Verfahren durch eine innovative Lösung zu verbessern. Er stellt seine bahnbrechende Lösung klar, gut nachvollziehbar und einprägsam dar.

MathematikDr. rer. nat. Tim Conrad (geb. 1978) gründete nach seinem Abitur das EDV Systemhaus PC Point Conrad GbR in Buxtehude, dessen Inhaber er für zwei Jahre blieb. 2000 begann er ein Studium der Bioinformatik an der Freien Universität Berlin. Dort erwarb er 2003 den Bachelor of Science und im darauffolgenden Jahr den Bachelor of Computer Science (Honours) an der Monash University in Melbourne. 2005 schloss er sein Studium der Bioinformatik mit dem Master of Science an der FU Berlin ab. Seine Dissertation mit dem Titel „New Statistical Algorithms for the Analysis of Mass Spectrometry Time-Of-Flight Mass Data with Applications in Clinical Diagnostics“ fertigte Tim Conrad innerhalb der Graduduiertenschule „Berlin Mathematical School“ an der FU Berlin bei Prof. Christof Schütte an. Im Anschluss an seine mit „summa cum laude“ abgeschlossene Promotion übernahm er an der Freien Universität Berlin die Leitung der Nachwuchsgruppe „Computational Proteomics“.

Siegerbeitrag

Manchmal wird ein Arztbesuch zur Inspiration für eine Forschungsarbeit. Tim Conrad kam auf sein Promotionsthema nach einer Routine-Blutuntersuchung. Im Mittelpunkt seiner Forschung stand die Frage, welche „molekularen Fingerabdrücke“ bestimmte Krankheiten im Blutbild hinterlassen und wie man diese Erkrankungen dadurch frühzeitiger und besser nachweisen könnte. Hierfür entwickelte er unterschiedliche Algorithmen zur statistischen Auswertung der Massenspektren von Blutproben. Sein Einsatz einer herkömmlichen Playstation 3 beschleunigte die Berechnungen um ein Vielfaches. Tim Conrads Arbeit „Blutige Fingerabdrücke aus der Playstation“ ist ein sehr verständlich und fesselnd geschriebener Beitrag über eine Forschung im Grenzgebiet zwischen Medizin, Informatik und Mathematik. Anwendungsmöglichkeiten und Nutzen der Forschungsergebnisse werden dem Leser unmittelbar klar. Er versteht: Hier wird Mathematik eingesetzt, um Alltagsprobleme zu lösen.

NeurowissenschaftenDr. rer. nat. Stefanie Höhl (geb. 1983) studierte von 2002 bis 2007 Psychologie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Sie erstellte ihre Diplomarbeit am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig. Im Anschluss an ihr Diplom erarbeitete Stefanie Höhl dort bie Prof. Angela Friederici und Dr. Tricia Striano ihre

Doktorarbeit mit dem Titel „Neural Correlates of Emotional Expression and Eye Gaze Processing in Infancy“. Im Dezember 2008 schloss sie ihre Promotion mit „summa cum laude“ an der Universität Leipzig ab. Von Mai 2007 bis September 2008 war Stefanie Höhl Stipendiatin der Max-Planck-Gesellschaft. Seit Abschluss der Doktorarbeit ist sie als Akademische Rätin am Lehrstuhl für Entwicklungspsychologie und Biologische Psychologie der Universität Heidelberg beschäftigt.

SiegerbeitragWenn Menschen sich in unbekannten Situationen befinden, orientieren sie sich am Verhalten und an den emotionalen Signalen anderer. Sie lernen beispielsweise durch Beobachtung, dass erschrockene Gesichter ein Warnsignal sind. Dass auch bereits Babys im Alter von drei Monaten hierzu in der Lage sind, hat erstmals Stefanie Höhl herausgefunden. In ihrem Beitrag „Soziale Entdecker in Windeln“ beschreibt sie interessant und für jeden verständlich ihre Forschungen zu diesem Themengebiet. Stefanie Höhl erklärt in ihrem gut strukturierten Beitrag anschaulich, mit welchen Methoden sie bereits bei sehr jungen Babys herausfinden konnte, welche Fähigkeiten diese im Bereich des „sozialen Referenzierens“ besitzen, das die Voraussetzung für das Lernen durch Beobachtung ist. Zum Verständnis des Lesers trägt auch bei, dass die Wissenschaftlerin ihren eigenen Forschungsanteil anschaulich schildert.

PhysikDr. phil. nat. Christian Vollmer (geb. 1977) studierte zunächst zwei Jahre lang Journalistik an der Universität Dortmund, bevor er sich von 1999 bis 2005 an der Universität zu Köln dem Studium der Geologie und Paläontologie widmete. Anschließend promovierte er von 2005 bis 2008 am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz und der Universität Frankfurt mit dem Titel „NanoSIMS Analysis and High Resolution Electron Microscopy of Silicate Stardust Grains From Red Giant Stars and Supernova Explosions“. Im Juli 2009 wurde Christian Vollmer der Preis der Freunde und Förderer der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main für die in diesem Jahr beste naturwissenschaftliche Arbeit an der Universität verliehen. Zurzeit forscht Christian Vollmer am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz.

SiegerbeitragWelche Geschichte ein winziges Staubkorn, kleiner als ein tausendstel Millimeter, in sich trägt, erzählt Christian Vollmer in seinem packenden Beitrag „Ein kosmisches Körnchen Wahrheit“. Der Geologe beschreibt darin, wie er mit neuen Methoden aus der Nano-Materialforschung Meteoritenstaub „unter die Lupe“ genommen und welche Geheimnisse er ihm entlockt hat. Bereits der Vorspann seines Artikels weckt beim Leser Neugierde. Vollmer erfüllt diese Erwartungshaltung durch einen von Anfang bis Ende spannend geschriebenen Beitrag, der auch zeigt, dass in der Wissenschaft neben vielen technischen Herausforderungen immer wieder mit völlig unerwarteten Ergebnissen zu rechnen ist.

Die Klaus Tschira Stiftung gemeinnützige GmbH fördert die Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik sowie die Wertschätzung der Öffentlichkeit für diese Fächer. Zur Stärkung der Kommunikationskompetenz von Wissenschaftlern veranstaltet sie z.B. auch Schreibwerkstätten und Medientrainings für Wissenschaftler.

Veröffentlicht in Wirtschaft | Kommentar schreiben »

Hämatologische und onkologische Fachgesellschaften gehen gestärkt aus ihrer Jahrestagung

Verfasst von heddesheim am Oktober 8, 2009

Nach fünf Tagen ist die Gemeinsame Jahrestagung der deutschen, österreichischen und schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Onkologie in Mannheim erfolgreich zu Ende gegangen. Über 4.500 Teilnehmer diskutierten fünf Tage lang im Congress Center Rosengarten über den aktuellen Stand der Grundlagen- und klinischen Forschung bei einem der wichtigsten wissenschaftlichen Kongresse auf dem Gebiet der Hämatologie und Onkologie.

Mit über 4.500 Teilnehmern erfüllt die Gemeinsame Jahrestagung der Hämatologen und Onkologen alle Erwartungen der Veranstalter. Ärzte und Wissenschaftler, die aus allen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz nach Mannheim gekommen waren, informierten sich in nahezu 200 Sitzungen über neueste Ergebnisse zahlreicher Studiengruppen und bildeten sich über neue Behandlungsmethoden fort. 300 Referenten aus Europa und den USA präsentierten ihre Daten.

In drei Postersessions mit insgesamt 390 Tafeln präsentierte vor allem der wissenschaftliche Nachwuchs seine Forschungsergebnisse einem breiten Publikum. „Es zeigt sich, dass gerade für unsere Nachwuchswissenschaftler die Gemeinsame Jahrestagung der Fachgesellschaften für Hämatologie und Onkologie ein wichtiges Forum ist. Sie bietet Raum für wissenschaftlichen Austausch und Fortbildungsmöglichkeiten in allen zentralen Feldern unseres Faches“, betont Prof. Gerhard Ehninger, geschäftsführender Vorsitzender der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie e.V.

„Wir sehen in der starken Grundlagenforschung in Deutschland die Basis für eine bessere Patientenversorgung“, so Ehninger weiter. Auch auf dem Kongress konnten verbesserte Therapien für Patienten mit Krebs und bösartigen Erkrankungen des Blutbildenden Systems präsentiert werden. „Der Beitrag deutscher und europäischer Forschungsgruppen in der Hämatologie und Onkologie ist dabei nicht zu unterschätzen“, betont der Vorsitzende der Fachgesellschaft zum Abschluss der Tagung in Mannheim.

Höhepunkt der Veranstaltung war die Keynote Lecture von Prof. Harald zur Hausen zur Rolle von Infektionen bei der Entstehung von Krebserkrankungen. Dem Nobelpreisträger des Jahres 2008 wurde im Rahmen der Veranstaltung die Ehrenmitgliedschaft der DGHO verliehen.

Ehrenmitgliedschaft für Prof. Harald zur Hausen

Ehrenmitgliedschaft für Prof. Harald zur Hausen

Andreas Kellner mit Nobelpreisträger Prof. Harald zur Hausen

Andreas Kellner mit Nobelpreisträger Prof. Harald zur Hausen

Vor 1.500 Gästen zeichneten die Fachgesellschaften außerdem Nachwuchswissenschaftler aus den eigenen Reihen aus.

Preisträger

Die Preise und ausgezeichneten Nachwuchswissenschaftler

Preise der DGHO

Artur-Pappenheim-Preis 2009
Chuna Ram Choudhary, PhD
„Lysine acetylation targets protein complexes and co-regulates major cellular functions“

Vincenz-Czerny-Preis 2009
Dr. Hendrik Poek
„Zur Rolle von RIG-I und 5′-triphosphat-siRNA in der Tumortherapie“

DGHO Forschungs- und Innovationspreis
Dr. Sebastian Bauer
„Inhibitors of deacetylases suppress oncogenic KIT signaling, acetylate HSP90, and 9 induce apoptosis in gastrointestinal stromal tumors“

DGHO Doktoranden-Förderpreis
cand. med. Marc Remke
„High Resolution Genomic Profiling Identifies Prognostic DNA Copy-Number Aberrations and Novel Oncogenic Pathways in Pediatric Neoplasias“

Preise der ÖGHO

Wolfgang Denk Preis 2009 für Onkologie
Dr. Cihan Ay
„D-Dimer and prothrombin fragment 1 and 2 predict venous thromboembolism in patients with cancer: Results from the Vienna and Thrombosis Study (CATS)”

Wilhelm Türk Preis für Hämatologie
Dr. Damla Olcaydu
„A common JAK2 haplotype confers susceptibility to myeloproliferative neoplasms“

DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie e.V.

Die DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie e.V. besteht seit 70 Jahren und hat heute über 2.450 Mitglieder, die in der Erforschung und Behandlung hämatologischer und onkologischer Erkrankungen tätig sind. Mit der Ausarbeitung von Aus-, Fort- und Weiterbildungscurricula, der Erstellung von Behandlungsleitlinien und Behandlungsempfehlungen sowie mit der Durchführung von Fachtagungen und Fortbildungsseminaren fördert die Fachgesellschaft die hochwertige Versorgung von Patienten mit hämatologischen und onkologischen Erkrankungen. Weitere Informationen unter www.dgho.de.

Veröffentlicht in Vor(Aus)bilder | Verschlagwortet mit : , , , , | Kommentar schreiben »